Das Leben - Ein Alptraum?
Frage von F.-Maria
am 07 Dec 2008, 13:06
Liebe Zahohie, liebe Britta!
Das Leben ein Alptraum?
Ich habe mich darum “gerissen” diesen Job im Hort zu bekommen.
Das hat auch auf Anhieb geklappt, ich konnte sofort anfangen.
Die Kinder dort kommen zu einem großen Teil aus sehr schwierigen familiären Verhältnissen.
Ich fühle mich nicht imstande und bin auch nicht gewillt dieses aufzufangen, zu heilen, Liebe und Angebote zu geben, denn es sind 80 Kinder, ohne Spielmöglichkeit draußen, in viel zu beengten Räumlichkeiten, völlig aufgedreht nach der Schule, und provokativ bis zur Eskalation ( ein erheblicher Teil der Jungen, aber auch einige Mädchen ). Der Rest geht ziemlich unter in dem Chaos, welches dort täglich herrscht.
Ich empfinde es zeitweise als die Hölle.
Wieder nur Aufsicht, “Regeln”- Einhalten fordern, Zurechtweisen; obwohl erwünscht, keine Möglichkeit mit einer Gruppe von Kindern die Klangschalen zu erproben, zu entspannen usw., da kein Extra-Raum vorhanden und die “Aufsicht” ja geleistet werden muss.
Jetzt, am Wochenende, völliger Kollaps meinerseits, Depression, Weinen, Sterben wollen.
Wozu dieses bescheuerte Leben?
Kein Frieden im Moment.
Schmerzen der Hüften, da ich stundenlang nicht zum Sitzen komme.
Operation? Geld dafür? Geld überhaupt?
Wohin geht mein Weg? Wäre da nicht mein Sohn, der erst 16 Jahre alt ist und meine Unterstützung in seinem jungen Lenben braucht, ich würde wieder sterben wollen, es tatsächlich tun wollen.
Alle Kraft ist weit in den Hintergrund gerückt.
Ich hätte die Möglichkeit 2009 richtig dort einzusteigen -im Moment habe ich einen Vertrag über 3 Wochen, bis zur Weihnachtsschließung. Dann greift das Arbeitsamt nocheinmal, bis Ende Dezember diesen Jahres, dann folgt Arbeitslosengeld II- ich werde das wohl nicht machen, obwohl ich in dieser vergangenen Woche oft meinte ich könne das tun, könne Struktur dort einbringen für meine Arbeit mit den Kindern, aber ich glaube, dass das nicht greift, in keinster Weise.
Liebe Zahohie, Britta, vielleicht hast du einige Worte der Klärung für mich, denn ich bin z.Zt. völlig außer mir.
Am letzten Donnerstag wollte ich kommen, für meine Kraft, für mein Vorwärtsgehen in der Hortarbeit, habe mich aber dann entschieden nach Hause zu fahren, da ich am folgenden Morgen um 3 Uhr aufstehen musste - Frühdienst.
Die nächsten 2 Donnerstage weiss ich nicht..
Ich hoffe sehr, dass du weiterhin mit uns hier in Berlin arbeiten wirst!!!!!!
Meine Restfünkchen Liebe Dir,
F.-Maria
Antwort von Zahohie
am 07 Dec 2008, 19:42
Liebe F.-Maria,
Ja, ich verstehe!
Aus meiner Erfahrung heraus ist das Leben nicht das, was Mensch glaubt das es ist; sowie auch der Mensch selbst nicht das ist, was er zu sein glaubt...
Aus meiner Erfahrung heraus bringe ich in meinem Leben alle meine Glaubensmuster zu einer physischen Manifestation. Das heißt, dass ich in meinen Lebenssituationen das betrachten kann, was ich tief in meinem Inneren als eine Wahrheit anerkenne, eben ein Glaubensmuster. Und heute zeigen sich uns gerade diese Glaubensmuster, welche uns nicht mehr so dienlich sind und eigentlich nur noch als solche erkannt werden wollen...
Wenn ich ein Glaubensmuster als solches erkannt und anerkannt habe, dann kann ich mich neu entscheiden, ob ich es weiterhin als wahr in meinem Leben leben möchte...
Was wäre, wenn du deine hier beschriebene Situation als eine Art Spiegelung für deine inneren Glaubensmuster anschauen würdest? ...
Könnte es zum Beispiel sein, dass du dir diese momentane Situation in dein Leben hinein geholt hast um dir deine inneren Glaubensmuster näher zu betrachten? Zum Beispiel dein Satz:
F.-Maria schrieb:
Ich fühle mich nicht imstande und bin auch nicht gewillt dieses aufzufangen, zu heilen, Liebe und Angebote zu geben »
Was für Vorstellungen hast du in dir, welchen Glauben, was du bei den anderen (Kindern) auffangen und heilen solltest?...
Was glaubst du tief in dir, WER diese anderen Kinder sind... ????
... und was glaubst du MÜSSTEST du diesen Kindern geben??!! ...
Magst du das mal für dich aufschreiben um es deutlicher werden zu lassen?!
Beim aufschreiben würde ich auch meine Seele in mir ansprechen und mich im Erkennen unterstützen lassen... und die Sichtweisen meiner Seele zu dieser Situation erfragen...
Und was wäre, wenn du während deines Arbeitstages, während deines Aufenthaltes im Hort mehr deine eigenen Verhaltensweisen betrachten und beobachten würdest? ... Wenn du bei all deinen Handlungen welche du im Hort unternimmst dich beobachtest, beobachtest welche (eventuell versteckte) Motivation hinter jeder deiner Handlungen steckt?! ...
Aus dieser inneren Beobachtung heraus (gemeinsam mit deiner Seele!) kannst du eine Menge über dich selbst erfahren. Vor allem, wenn du dir erlaubst dich wertfrei zu beobachten...
Ich kann es sehr gut nachempfinden, dass viele Situationen in unserem Leben oft als schwierig und aussichtslos erlebt werden... Ich kenne das aus meinen eigenen Erfahrungen... Und doch waren es in meinem Leben gerade diese Erfahrungen, welche mir einen Reichtum an Erkenntnissen über mich selbst eingebracht haben...
Dabei war es für mich immer wichtig, mir zu erlauben mich selber in meine eigenen Arme zu nehmen und LIEBENSWÜRDIG mit mir selbst umzugehen... und Verständnis für mich selbst und meinen Weg aufzubringen, auch dann, wenn mein menschlicher Verstand nicht verstand...
Somit wünsche ich dir deine Liebe und Akzeptanz zu dir Selbst und deiner Situation gegenüber, sowie das Erkennen dessen, was du als Seele jetzt in ein neues Licht des Erkennens bringen möchtest!
In Liebe und Anerkennung
Britta und Zahohie
geschrieben von F.-Maria
am 18 Dec 2008, 12:29
Liebe Britta,
liebe Zahohie
etwa eineinhalb Wochen sind seit den letzten 2 mails vergangen..
Schmerzvolle Tage, Abende und Nächte.
Ein Prozess der Katharsis, Klärung.
Verhaltensweisen treten klarer zu Tage, die Höhen sind höher, die Tiefen tiefer.
Schneller, brisanter die Achterbahn der Ereignisse und Gefühle.
Was ist zutage getreten?
Ich war so sehr verstrickt in dieses Erdenleben - und doch war ich niemals ganz hier.
Was will angeschaut werden?
Mein Weglaufen vor den Verstrickungen - Mein jetzt Hier-Sein-Wollen - ohne Verstrickungen (solche Bedeutung zu geben).
Frei - Sein.
Ich beginne mich wieder wohlzufühlen in “meiner Haut”.
Die Arbeit im Hort habe ich vor Vertragsende beendet. Die Mitarbeit in einer Vermittlungsagentur für Hauspersonal heute morgen beendet.
In dem Moment spürte ich meine Kraft und Zuversicht, Vertrauen, wieder.
Grad´eben ging ich deine Fragen durch -
ICH bin die anderen Kinder.
Liebevolle Präsenz, Unterstützung, liebevolle Akzeptanz -wollte ich ihnen sein.
Wandte mich aber ab.
Habe ihre Erwartungen, auch die der Kolleginnen, an mich nicht erfüllt.
Erfülle ich MEINE Erwartungen an mich?
Was sind meine Erwartungen?
In Freiheit und Klarheit leben.
Mein Wunsch:
Ein kleiner Laden in einer vielbegangenen Zone (Touristen).
Er ist bestückt mit Dingen die die Sinne erfreuen.
Die Kundinnen, Besucher, verlassen diesen Ort mit einem Lächeln..
Vorerst.. Oder für länger.. (Der Laden).
Das fühlt sich ganz gut an.
Nun, liebe Zahohie, liebe Britta, Alles was du Bist,
freue ich mich schon auf deine Antwort.
Das ist immer spannend, was du wohl sagen wirst, die Freude, wenn ich es dann lese.
Liebe Britta,
vielen lieben Dank du Engel :-))
F.-Maria
geschrieben von Zahohie
am 19 Dec 2008, 00:19
Liebe F.-Maria,
Ich freue mich über deine Klarheiten welche du für dich einbringst und über dein Berichten hier im Forum!
Da du hier keine Frage stellst lade ich dich einfach zu weiteren Kontemplationen zu deinem Thema ein:
F.-Maria schrieb:
ICH bin die anderen Kinder. Liebevolle Präsenz, Unterstützung, liebevolle Akzeptanz -wollte ich ihnen sein. Wandte mich aber ab.
Und wie ist es mit deinen Kindern IN dir ?! ...
Wie gehst du mit dir und deinen Schöpfungen IN dir um?! ...
F.-Maria schrieb:
Habe ihre Erwartungen, auch die der Kolleginnen, an mich nicht erfüllt.
Sind das wirklich die Erwartungen der Kinder und der Kolleginnen? Oder sind sie lediglich bereit gewesen dir als Spiegel zu dienen?! ...
Eben sagtest du noch: „Liebevolle Präsenz, Unterstützung, liebevolle Akzeptanz -wollte ich ihnen sein.“
Könnte es eher sein, dass das deine Erwartungen an dein Selbst sind?
Und du einfach aus dir selbst heraus deine eigenen Erwartungen nicht mehr erfüllen willst, da dein Herzenswunsch »In Freiheit und Klarheit leben« heißt?! ...
Doch schon gehst du über zum nächsten Wunsch ...
Dieses mal soll es ein Laden sein ...
« F.-Maria schrieb: Er ist bestückt mit Dingen die die Sinne erfreuen. »
Und könnte es sein, dass du vorhättest diese Dinge eventuell mit weiteren Erwartungen von dir zu füllen?! ....
« F.-Maria wrote: Die Kundinnen, Besucher, verlassen diesen Ort mit einem Lächeln.. »
Was ist, wenn die Kunden sich so benehmen, wie die Kinder im Hort? ... Eben so ganz anders als deine Erwartungen ...
Was, wenn weder Kinder, noch Kunden noch sonst etwas auf der Welt DEINEN Erwartungen entsprechen will? ... Sondern sie alle so SIND wie sie SIND? ...
« F.-Maria schrieb: Was will angeschaut werden? Mein Weglaufen vor den Verstrickungen »
Hmmm... ja, weglaufen ... möchtest du jetzt dein weglaufen anschauen? Oder lieber noch nicht?... ;)
Ich wünsche dir von Herzen, dass du dir bald deine Freiheit von deinen eigenen Erwartungen geben wirst!!! - indem du sie erkennst!
In Liebe
Britta und Zahohie
geschrieben von F.-Maria
am 19 Dec 2008, 11:58
Liebe Britta, Zahohie !
Puhhh..
Das ist starker Tobak.
Ich bin sehr im Kopf zur Zeit.
Oberflächlich.
Laufe ich jetzt schneller als je zuvor?
Und berichte stolz von dem, was an mir vorüberflitzt?
Gesamteindruck wahrnehmend, nicht in die Tiefe gehend?
Immer noch und immer wieder weglaufend!???!
Da hilft nur Innehalten und Betrachten.
Coole Einsicht.
Uuund .... Weiterlaufen.. !!
Statt innezuhalten verurteile ich mich jetzt.
Mache zu, ein trotziges Kind.
Liebe Britta-Zahohie,
ich melde mich wieder..
Vielen Dank,
die trotzige F.-Maria :-)
geschrieben von Zahohie
am 19 Dec 2008, 21:41
Liebe F.-Maria,
Ich fühle mit dir F.-Maria...
Und es ist ok....wenn es geht, erlaube dir diese Beurteilungen zu beobachten und mit ihnen zu atmen...
Beobachte so weit es geht dieses trotzige Kind und diesen Mechanismus wie du zumachst...
Diese Reaktion hier kann ein riesengroßes Geschenk für dich sein, wenn du dir erlaubst so weit wie möglich zu beobachten was geschieht... Wenn möglich schreibe es auch auf, das kann dir helfen Klarheit einzubringen.
Und wende dich immer wieder an deine Seele, damit sie dir hilft neue Lösungen für das was da anwesend ist zu finden...
Du bist nicht allein, du hast viele Helfer mit dir, du bist immer sicher und kannst Unterstützung anfordern!
Dieser Prozess ist jetzt wichtig!
Ich freue mich über deine Offenheit deine Reaktion direkt hier hinein zu schreiben!
In Liebe
Britta-Zahohie
geschrieben von F.-Maria
am 25 Dec 2008, 00:43
:D Danke Britta-Zahohie,
danke für deine Unterstützung -
Ich melde mich dann wieder ;)
In liebender Liebe
F.-Maria
geschrieben von Zahohie
am 30 Dec 2008, 21:59
Gern geschehen - In Liebe - Britta-Zahohie


