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Unbestimmte Trauer

Frage von Mira

am 06. Januar 2012

 

Hi Zahohie,
ich trage seit ca ein, zwei Monaten eine unbestimmte Trauer in mir, ich kann mit der ganz gut sein, sie kommt wie ein Regenguss über mich und dann ist sie wieder weg. Doch aus kleinen Regengüssen werden immer öfter größere Ausbrüche. Ich hab bisher einfach geschehen lassen, es angenommen, es irgendwie mit dem Bewusstseinswandel zusammen gebracht. Jetzt wird es aber immer stärker. Es fühlt sich an, als würde ein geliebter Mensch sterben oder schon gestorben sein, ich habe auch Angst, dass ein geliebter Mensch sterben könnte; viele Bilder von Tod kommen auf...

Ich hab mich innerlich entschlossen, diese Trauer zwar durch mich durchzulassen, aber nicht, sie auszuleben. Diese Spanne kann ich gewöhnlich ganz gut ausbalancieren. Dafür nimmt die Trauer aber gerade sehr viel Raum ein.
Auf Fragen, was genau und wohin diese Trauer will, kommt keine Antwort von Innen. Ich bin etwas ratlos. Es ist ok, dass ich in diesem Zustand bin - vielleicht gehört das einfach zum Bewusstseinswechsel für mich dazu, dass ich viele Dinge innerlich verabschiede und dann eben Trauer aufkommt.
Ein anderer Teil in mir wird langsam etwas besorgt, kann nicht verstehen... soll es aber wohl auch nicht... vermutlich ist es ein Abschied vom VERSTEHEN als Konzept und Glaubensmuster... Und es kommt auch der Hinweis, dass es sehr viel SO nicht mehr geben wird, wie bisher. Orientierung, Halt, Konzepte überhaupt in der Art... das fehlt mir alles doch.
Ich kann nicht ganz erklären wieso, aber das tut alles sehr weh. Irgendwie wünsch ich mir ein bisschen Trost... es fühlt sich alles schon so lang so verwirrend an... und ich kann mich an dieses neue ... Freisein... noch nicht ganz gewöhnen. Ich hab mich lang nicht mehr wirklich wohl gefühlt... und weiss noch nicht wie ich mir das erlauben kann, ob das überhaupt geht in dem ganzen Wandel...
Hast du einen Tip im Umgang damit? Kommt da noch mehr? ...

Danke.

 

 

Antwort von Zahohie

am 06. Januar 2012

 

Liebe Mira,

 

aus meiner Beobachtung heraus schaukelt sich im Moment ganz vieles auf, was gerne verabschiedet werden möchte, und unser Verstand und unsere menschlichen Anteile kommen da nicht immer so richtig mit. Wichtig ist es im Fühlen zu bleiben. Aus meiner Beobachtung heraus hältst du dich aber auch zum Teil in deinem Denken fest und versuchst die Dinge aus dem analytischen Blickwinkel heraus zu betrachten. Da kommen keine Antworten mehr her, außer Vorstellungen darüber, was vielleicht sein könnte ....

 

Wahre Antworten kannst du aus deinem Inneren nur erhalten, wenn du beim Ausfühlen und Wahrnehmen bleibst. Teilantworten hast du dir aus diesem Bereich bereits gegeben. Du hast dir selbst mitgeteilt, dass vieles in deinem inneren Erleben nicht so bleibt wie du es bisher gewohnt warst. Und du beobachtest, dass ein Teil deines menschlichen Seins damit nicht klar kommt ... dass es Trauer dabei fühlt ... kannst du diesen Anteil in dir verstehen? Kannst du dich ihm widmen? ... Kannst du dich diesem Anteil in dir, welcher sich bei all diesen Veränderungen unwohl fühlt, widmen und dir selbst Trost spenden?

 

Diese physische Welt hier dient uns, damit wir in ihr all unserem Sein und unseren Schöpfungen einen Ausdruck verleihen können. Auch Trauer möchte manchmal ihren Ausdruck ... jetzt, wo sie ihren Raum einfordert, lade ich dich ein, erlaube ihn ... fühle diese Trauer ganz so aus, wie sie sein möchte, bleibe dabei aber stets der Beobachter, damit du nicht in ihr wegschwimmst ... aber wenn zum Beispiel Tränen fließen möchten, dann erlaube es ... das gehört zu unserem menschlichen Ausdruck mit dazu ... auch aufschreiben, wie du es hier getan hast ist ein Ausdruck ... fühle aus, was du in jedem einzelnen Augenblick für dich benötigst und erlaube es dir. Es wird jetzt immer wichtiger, dir das zu geben, was im Augenblick gerade sein möchte.

 

Auch die Angst welche du fühlst, wenn du die vielen inneren Bilder von Tod betrachtest ... widme dich dieser Angst ... atme mit ihr und bleibe als der Beobachter ... dann kannst du zuschauen, was geschieht ...

 

... wenn du deinen Beobachterposten verlierst, dann beginnst du die Angst als Ich zu erleben ... im Atmen, Erlauben, Zuschauen und Erinnern an deine Essenz, wer du Bist, löst du dich langsam, Stück für Stück, aus der Identifikation heraus ...

 

Mira schrieb:

Ich hab mich lang nicht mehr wirklich wohl gefühlt... und weiß noch nicht wie ich mir das erlauben kann, ob das überhaupt geht in dem ganzen Wandel...

 

Dies ist ein Anzeichen dafür, dass du dir schon lange nicht mehr erlaubt hast dich selbst, deine Essenz welche du Bist, zu fühlen.

 

Im Augenblick zeigen sich sehr viele Anteile, welche uns nicht mehr nützlich sind, damit wir uns von ihnen lösen können. Dies ist Teil des Prozesses. Es ist wichtig die Anteile so wahrzunehmen wie sie sind ... und das fühlt sich oft leider nicht unbedingt nach Wohlfühlen an ... das ist ok so ... doch ab und an brauchen wir auch mal eine Pause ... so lade ich dich ein zu überprüfen, ob du dich in diesem Augenblick in der vollkommenen Akzeptanz deines eigenen Prozesses befindest ... und dann erlaube dir dich in deiner Essenz, deinem göttlichen ursprünglichem Dasein, zu fühlen ... dann erlaube dir dein menschliches Dasein in diese, deine göttlichen Arme zu nehmen ... wiege dich darin solange du möchtest ...

 

... dann lass wieder los und erlaube was sein möchte ...

 

In Liebe

 

Zahohie

 

 

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