Verzweiflung
Frage von F.-Maria
am 30 März 2009, 18:00
Liebe Britta-Zahohie!
Ich habe das Gefühl meinen Sohn verloren zu haben.
Ich möchte, dass er auszieht, er möchte, dass ich ausziehe (!), er möchte selbst ausziehen.
Wir kämpfen grad´ erbittert, ohne Worte zu finden.
Ich hasse ihn manchmal, er mich wohl meist.
Wir sind vorhin gemeinsam in der Stadt angekommen, haben uns dort getrennt, nun ist er immer noch nicht zu Hause.
Normalerweise kommt er direkt von der Bahn "nach Hause".
Ich denke, na und, wenn er nicht mehr wiederkommt, auch gut.
Darunter liegt natürlich eine Schicht Verzweiflung und Trauer.
Ist das Teil unseres Trennungsprozesses, Teil meines momentanen Prozesses, dass ich so emotionslos bin. Ich denke und weiß, dass wir uns auf anderer Ebene lieben, hier aber unfähig sind uns diese Liebe zu zeigen, geschweige denn zu leben.
Grad´kommt er..
Bis dann Britta!
F.-Maria
geschrieben von F.-Maria
am 30 März 2009, 18:38
Liebe Zahohie
Er war beim Friseur.
Wir hatten einen Termin heut´ Nachmittag in seiner Schule, weil man ihn bei zündeln gesehen hat, er streitet ab, was die Leiterin der Schule sehr enttäuscht hat..
Wir haben seit Tagen Zoff, ich rede nicht mit ihm,..
Nun war er beim Friseur, die Frisur, die er jeden Morgen so kunstvoll gestaltete: Ganz kurz, alles weg.
Er sieht so verletzlich aus wenn die Haare kurz sind.
Ich möchte ihn in die Arme schließen, mich wieder öffnen, möchte, dass wir uns wieder verstehen ohne Worte, aber der Moment verstreicht, ich tu es nicht. Sage auch nichts zu seiner Frisur, er geht in sein Zimmer und wir sind beide traurig.
Ich finde, wir finden, den Anschluss nicht mehr an die Nähe, die wir früher miteinander hatten, trotz Reibereien, aber doch noch zeitweise zwischen uns war.
Ich finde manchmal in diesen Tagen, dass ich meinem Sohn, mit dem ich bereits in der Schwangerschaft allein war, keine liebevolle Mutter war, er sich vielleicht aus seinem Empfinden her sehr allein gelassen und ungeliebt fühlt.
Wenn man die Treppe des Zielbahnhofes, wo er zur Schule geht, herunterkommt, liest man dort groß an die Wand geschrieben:
"Lebe dein Leben. Aber woanders. Du hast mich bereits genug zerstört."
Das kann von ihm sein/ist von ihm.
Auf meinem Handy fand ich kürzlich ein Video mit dem Titel "Bikecrash", welches ich nicht öffnen konnte, den Inhalt aber erahne, und ein Video mit dem Titel "Leck mich im A.."
Das ist ein bisschen unheimlich. Alles.
Aber wohl dass, was ich mitzuverantworten habe.
Liebe Zahohie, sag´ zu mir etwas dazu..
Liebe Britta, danke für deine Antwort :|
F.-Maria
Antwort von Zahohie
am 31 März 2009, 11:34
Liebe F.-Maria,
ich verstehe deine Verzweiflung! .... Doch verstehst du sie?!.... Was ist in dieser Situation, und in anderen in eurem Leben, für DICH enthalten?!....
Was, wenn du dir erlaubst das Gefühl deiner Verzweiflung, deiner Trauer und was diese Situationen noch so mit sich bringen, so zu fühlen, wie sie sind?!....
Was, wenn du dir erlaubst diesen Gefühlen in dir zuzuhören?!... Was erzählen sie dir über DICH?!....
Du weißt, es geht hier nicht darum dich in diesen Gefühlen zu verlieren - es geht mehr darum, sie zu erlauben, sie so zu fühlen wie sie sind und sie zu beobachten.....
so, wie wir es schon oft in der Gruppe geübt und praktiziert haben...
Und diese Situation mit deinem Sohn, sie dient dir ausgezeichnet um diese Energien in all seiner Tiefe und all seinen Varianten zu erfahren.... Die Verzweiflung.... was eine Energie.... und ihr erforscht sie beide, jeder auf seine Art und Weise....
Doch jetzt möchte noch etwas Neues hinzu kommen...
Wenn ich meinen Blick, meinen Focus, zu sehr auf die Situation richte, dann kann ich mich sehr gut in diesen Gefühlen verlieren, ohne dass ich sie wirklich bemerke.... und dann steht die Liebe außen vor der Tür... und das ist es doch, was ihr beide gerade erlebt oder?!.... Magst du schauen?!, was geschieht (im Innen und Außen – frei von allen Vorstellungen), wenn du dich deinen Gefühlen und inneren Bedürfnissen auf dieser neuen inneren Ebene widmest?!....
Meine Liebe ist mir dir und mit Euch!!!!
Britta - Zahohie
geschrieben von F.-Maria
am 31 März 2009, 17:02
Liebe Zahohie,
liebe Britta !
Ich habe die Übung gemacht - und es ist eine Ruhe eingetreten.
Ein bisschen Traurigkeit und Härte sind noch da.
Auch viel Liebe kam hinein.
Die Sohn-Mutter-/Mutter-Sohn-Beziehung, die Identifikation, das Rollenverhalten, die Erwartungen der Außenwelt in diese Rollen und die eigenen Vorstellungen und Hemmungen aufgrund dieser Rollenverteilung, deren Funktion mach(t)en es nicht leicht.
Ich werde jetzt die ersten(in diesem Jahr) und letzten(des heutigen Tages) warmen Sonnenstrahlen auf meiner Balkon-Terasse genießen.
Stell´dir vor, ich habe ein Angebot als Leiterin!!
Danke, Britta-Zahohie
F.-Maria
geschrieben von Zahohie
am 31 März 2009, 18:31
Liebe F.-Maria,
Ich freue mich für dich, dass du dir erlauben konntest deine Ruhe und vor allem auch deine Liebe in dich hinein fließen zu lassen!
Diese Härte, welche du hier beschreibst ... wenn du magst ... atme weiter mit ihr ... Stück für Stück ... solange, bis auch hier deine Liebe in dir wieder frei fließen kann ...
F.-Maria schrieb:
Die Sohn-Mutter-/Mutter-Sohn-Beziehung, die Identifikation, das Rollenverhalten, die Erwartungen der Außenwelt in diese Rollen und die eigenen Vorstellungen und Hemmungen aufgrund dieser Rollenverteilung, deren Funktion mach(t)en es nicht leicht.
Ich verstehe! Doch um genau all das, was du hier beschreibst, geht es – alle diese Identifikationen, Glaubenstrukturen und Vorstellungen ... alle sie, wollen als etwas Neues erkannt werden ... du und sie, sie möchten wieder so erlebt werden, als das was sie sind..... deine Kreationen... nichts weiter als nur Kreationen ... ;-)
Sie möchten wieder frei von allen Beurteilungen nur noch SEIN, frei, so wie du in deinem Herzen ... Und das geschieht wenn du dir erlaubst sie Stück für Stück in deiner Liebe, welche du Bist, zu betrachten ... eins nach dem anderen ... in den Bewegungen deines Erlebens als Mensch ... und gleichzeitig tiefem inneren Erkennen als Schöpfer ... Und einfach mit dem zu atmen, was sich gerade eben zeigt, kann dir dabei sehr behilflich sein ...
Ich wünsche dir eine schöne Zeit mit dir und deinen Angeboten, welche du dir in dein Leben bringst!!!!
In Liebe
Britta und Zahohie


